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Herkules
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Vor langer, langer
Zeit gab es im antiken Griechenland das goldene Zeitalter mächtiger Götter
und Helden. Einer der größten Helden war Herkules. Er war sogar so berühmt,
dass Herkules wurde auf dem Berg Olymp, dem Sitz der Götter geboren. Sein Vater Zeus war der höchste Gott und herrschte auf dem Götterberg. Schon als Baby entwickelte Herkules unglaubliche Kräfte. Sein Vater war sehr stolz auf ihn. ,,Seht nur, wie stark er ist!“ rief Zeus lachend, als Herkules ihn hoch in die Luft stemmte. ,,Genauso stark wie sein Vater!“ Zeus schenkte seinem Sohn ein fliegendes Pferdchen namens Pegasus.
Herkules liebte dieses über alles. Doch einer der
Götter war eifersüchtig auf Zeus Glück. Es war Hades, der Gott der
Unterwelt, der davon träumte Zeus von seinem Thron zu stürzen um selbst
Herrscher auf dem Olymp zu werden. Kaum war Hades in sein Totenreich zurückgekehrt,
da befahl er seinen zwei Helfern Pech und Schwefel, das Baby Herkules zu
entführen. Drei hässliche Hexen hatten Hades nämlich erzählt, dass nur
Herkules ihn daran hindern konnte, Zeus zu besiegen. ,,Gebt Herkules
diesen Zaubertrank“, wies Hades Pech und Schwefel an. ,,Wenn er den
trinkt, ist er nicht mehr unsterblich und ihr könnt ihn töten.“ Pech
und Schwefel gehorchten: Sie entführten den kleinen Herkules. Aber bevor
sie ihm den Zaubertrank ganz einflößen konnten, mussten sie sich vor
einem Bauern und seiner Frau verstecken, die gerade des Weges kamen. Die
Bauersleute hatten keine Kinder und freuten sich daher, dass ihnen die Götter
offenbar dieses Baby geschenkt hatten. Doch Pech und Schwefel wollten ihr
böses werk vollenden.
Sie verwandelten sich in zwei Giftschlangen und
wollten Herkules beißen. Da der kleine nicht den ganzen Zaubertrank
getrunken hatte, war er noch so stark, dass er die Schlangen packen und
wegschleudern konnte. Allerdings hatte er seine Unsterblichkeit verloren.
Pech und Schwefel gaben auf und kehrten zurück in die Unterwelt, wo sie
Hades vorschwindelten, Herkules sei tot. Die Jahre vergingen. Herkules
wuchs zu einem fröhlichen Jungen heran, der gerne spielte. Doch die
anderen Kinder mieden ihn, weil er seine enormen Kräfte nicht steuern
konnte. Herkules war so tollpatschig, dass er einmal fast den ganzen
Marktplatz verwüstete. Das machte Herkules traurig. Deshalb erzählten
ihm seine Eltern schließlich, wie sie ihn als Baby gefunden hatten. Dabei
zeigten sie ihm ein Medaillon von Zeus, das er damals um den Hals getragen
hatte. Herkules begab sich daraufhin zum Zeustempel, um herauszufinden, wo
er eigentlich hingehörte. Als er vor der riesigen Statue des Gottes
niederkniete, wurde diese plötzlich lebendig. ,,Mein Sohn Herkules“,
sagte der Göttervater den Tränen nah. Dann erzählte er Herkules, wie er
als Baby entführt und in einen Sterblichen verwandelt worden war. Und auf
dem Olymp durften nur Götter leben. Zeus erklärte, dass Herkules nur
wieder ein Gott werden könnte, wenn er sich auf der Erde als wahrer Held
erweisen würde. Aber dazu brauchte er die Hilfe von Philoktet, der Helden
ausbildete. Zeus gab Herkules das inzwischen ausgewachsene Pferd Pegasus und schickte ihn zur Insel Idra, wo Philoktet lebte. Herkules schwang sich auf Pegasus’ rücken und flog mit ihm davon. Er war fest entschlossen, ein wahrer Held zu werden und auf dem Olymp zurückzukehren.
Auf
der Insel Idra hatte sich ein Wesen, das wie ein Ziegenbock aussah, in
einem Gebüsch verfangen. Herkules half ihm heraus. Es war Philoktet, der
halb Mensch, Halb Ziege war. Und er ließ sich überreden, Herkules
auszubilden. Durch monatelanges, hartes Üben lernte Herkules seine Kräfte
zu steuern. Nun konnte er sich als Held beweisen. Und zwar da, wo es
besonders schlimm zuging: in Theben!
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